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11.06.10 23:32
"Eine Feier kann mehr sein als ein Abfüttern"

Studentenverbindung Marchia feierte ihren Stiftungsfestkommers.

Trafen sich im Haus des Corps Marchia in Braunschweig: Der Vorstand des Corps die Studenten Andre Schütt (l.; Wirtschafts-, Ingeniuer- und Maschinenbau), Martin Losch (Wirt-schafts-, Ingeniur- und Maschinenbau) und Kevin Rumphorst (r.) mit Dineter Hartmann (r.) und dem Festredner Dr. Burkhard Budde.

In der Stadt Heinrichs des Löwen gibt es vier „Corps“. „Freischlagende Studentenverbindungen“, die im Ausgang des 18. Jahrhunderts entstanden sind, verstehen sich als „Wertegemeinschaft“, fühlen sich ein Leben lang in Freundschaft verbunden und wollen ihr Wissen und ihre Kompetenz an die Gesellschaft weitergeben. Der Wahlspruch lautet „Mens agitat molem!“ ( „Der Geist bewegt die Materie!“). Das „akademische Fechten“, so heißt es auf der Homepage einer Braunschweiger Verbindung, diene der „Erziehung zur Selbstbeherrschung in Extremsituationen“ und ziele nicht auf den „Sieg über einen Gegner“, sondern auf „die Selbsterfahrung der eigenen Grenzen“.     

“Nec temere nec timide” („Weder planlos noch ängstlich!“) lautet das Motto der Braunschweiger Studentenverbindung “Corps Marchia”. Diese Verbindung wurde 1893 in Köthen/ Anhalt gegründet und siedelte 1925 nach Braunschweig über. Heute gehören 123 Personen zum Corps Marchia; viele studieren Ingenieurwissenschaften, aber auch Biologie, Mathematik und Wirtschaftswissenschaft sind vertreten. Der Name „Marchia“ stammt von der Mark Brandenburg, die auch Pate für den märkischen Adler im Wappen sowie für die Grundfarben rot-weiß stand.

Auf Vermittlung des ehemaligen Ratsherrn Dieter Hartmann, selbst Corpsbruder, hielt Marienstiftsdirektor Dr. Burkhard Budde die Festansprache anlässlich des 117. Stiftungsfestkommers am 11. Juni im Haus des Corps Marchia an der Abt- Jerusalem- Straße in Braunschweig. Der Festredner erinnerte an die Bedeutung von Feiern für die menschliche Existenz und das Menschliche in der Gesellschaft. Eine Feier könne mehr sein als eine „oberflächliche Party“, eine „gesprächslose Lärmveranstaltung“ oder ein „kulinarisches Abfüttern“. Wenn gemeinschaftliche und religiöse Zusammenhänge „im zweckfreien Raum“ entdeckt würden, könnten nicht nur das „Wir-Gefühl“ und die Freundschaft, sondern auch „spirituelle Erfahrungen“ ermöglicht oder gestärkt  werden. Wer so die Härte des Alltags überwinden lerne, nehme anschließend seine Verantwortung im Alltag auch für die Allgemeinheit leichter wahr, erläuterte Budde.